Beim praktischen Teil der Abschlussprüfung der Friedhofsgärtner müssen die Prüflinge zeigen was sie in den vergangenen drei Jahren in ihren Ausbildungsbetrieben gelernt haben.Oft verkannt, unterschätzt oder gar unbekannt ist der Ausbildungsberuf des Friedhofsgärtners. Diejenigen, die sich dafür entscheiden, bereuen ihre Entscheidung nur selten. Viel zu schön ist meist der Arbeitsplatz, der sich häufige unter alten Bäume, neben alten Gemäuern, umgeben von Vogelgezwitscher und bunten Blumen befindet und zudem viel Ruhe ausstrahlt. Friehöfe sind wahre Oasen und Rückzugsorte der Natur, vor allem in großen Städten. Wer hat schon die Möglichkeit, sich tagtäglich an solch einem Ort aufzuhalten und hier einer kreativen und lebensbejahenden Tätigkeit nachzugehen? Schön gepflegte Grabstätten helfen den Hinterbliebenen, ihre Trauer zu verarbeiten und zeigen, dass der Verstorbene nicht vergessen wurde. Die Blumen auf dem Grab, ihr Werden und Vergehen, spiegeln den Kreislauf des Lebens wider und geben Hoffnung auf das, was noch werden mag. Gärtner übernehmen die Bepflanzung und Pflege immer dort, wo es den Hinterbliebenen selbst nicht möglich, aber dennoch wichtig ist.

Nach der Grabbepflanzung müssen sich die Auszubildenden den Fragen der Prüfer stellen.Gärtner ist nicht gleich Gärtner. Friedhofsgartenbau ist eine von sieben Fachsparten des Gartenbaus und schon seit 1950 eine Fachrichtung der Ausbildung zum Gärtner. Friedhofsgärtner sind Spezialisten für die Gestaltung, Anlage und Pflege von Grabstätten. Für diesen Beruf benötigen sie viel Fachwissen über Zierpflanzen sowie über Stauden und Gehölze zur Rahmenbepflanzung. Aber auch gestalterische Fähigkeiten, Kreativität und Empathie beim Umgang mit Hinterbliebenen sind wichtige Eigenschaften eines Friedhofsgärtners. Während sich viele Fachsparten um die Produktion und den Verkauf verschiedener Pflanzengruppen drehen, sind die Sparten Landschaftsgärtner und Friedhofsgärtner gestaltende Berufe. Nachdem Friedhofsgärnter vergleichsweise weniger körperlich gefordert werden als Lanschaftsgärtner, entscheiden sich auch viele weibliche Jugendliche für die Ausbildung zur Friedhofsgärtnerin. Bei der diesjährigen Abschlussprüfung der südbayerischen Betriebe nehmen zwei Auszubildende und ein Auszubildender aus Betrieben in München und Passau teil.

Die Abschlussarbeiten – folglich die Prüfungsgräber – der südbayerischen Auszubildenden, die 2019 nun bereits zum achten Mal auf dem Münchner Westfriedhof erstellt werden, können noch in den folgenden vier Wochen von den Friedhofsbesuchern besichtigt, verglichen und beurteilt werden. Ein Informationsschild mit Abstimmungszetteln befindet sich direkt bei den Schaugrabstätten der Prüflinge (Eingangsbereich des Westfriedhofs in München, Baldurstraße / Ecke Sadelerstraße).
 

Bilder:

Bild 1: Beim praktischen Teil der Abschlussprüfung der Friedhofsgärtner müssen die Prüflinge zeigen was sie in den vergangenen drei Jahren in ihren Ausbildungsbetrieben gelernt haben.[Download]

Bild 2: Nach der Grabbepflanzung müssen sich die Auszubildenden den Fragen der Prüfer stellen.[Download]

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